Werbung und Barrierefreiheit
ARD-Forschungsdienst
Kurz und knapp
- Barrierefreie Werbung ist so gestaltet, dass sie auch von Menschen mit Einschränkungen gesehen, gehört und verstanden werden kann.
- Werbung auf Social Media sollte durch ergänzende Alt-Texte und Captioning für Menschen mit Seh- oder Hörbeeinträchtigung zugänglich gemacht werden.
- Für audiovisuelle Werbung wird ein einfaches und ausgewogenes Sounddesign mit diegetischem Ton sowie die Verwendung von Audiodeskriptionen empfohlen.
- Unternehmen können ihre Attraktivität durch die Förderung von Diversität und Inklusion, wie z.B. durch Verwendung einer barrierefreie Werbekommunikation, steigern.
Verwendung von Alt-Texten und Captioning schafft Barrierefreiheit
Barrierefreie Werbung bedeutet, dass alle Konsumentinnen und Konsumenten die werbliche Kommunikation uneingeschränkt nutzen können. Das heißt, dass auch Menschen mit Einschränkungen die Inhalte sehen, hören und verstehen können. Ein erheblicher Teil der Werbung auf Social Media ist nicht barrierefrei gestaltet. Die Verwendung von Alt-Texten oder Beitragsbeschreibungen (sogenanntes Captioning) kann es Menschen mit Hör- oder Sehbeeinträchtigungen ermöglichen, die Werbebotschaft zu verstehen.
Ausgewogenes Sounddesign mit diegetischem Ton hilft Menschen mit Hörbeeinträchtigung
Hilfreich für Menschen mit Hörbeeinträchtigung, wie z.B. Tinnitus, ist ein einfaches und ausgewogenes Sounddesign möglichst unter Verwendung von tatsächlichem Ton ohne Overlays (diegetischer Ton). Textliche Werbebotschaften erhöhen durch die Auswahl geeigneter Schriftarten und adäquater Farbkontraste die Lesbarkeit.
Kreativ gestaltete Audiodeskriptionen zur Vermittlung emotionaler Werbeelemente
Für audiovisuelle Werbung sollten Audiodeskriptionen bereitgestellt werden, die die Inklusion von Konsumentinnen und Konsumenten mit Sehbeeinträchtigungen ermöglichen. Dabei sollte der Fokus auf der Übersetzung der visuellen Wahrnehmung in Audio liegen. Studien bestätigen, dass visuell beeinträchtigte Rezipientinnen und Rezipienten ein intensiveres Erlebnis haben, wenn die Audiodeskription kreativ gestaltet ist und auch emotionale Elemente der Werbung vermittelt.
Wenn in Werbungen Personen mit Einschränkungen dargestellt werden, die hilfsbedürftig wirken, kann sich dies auf die Akzeptanz und Bewertung der Kommunikation auswirken.
Pop-ups oder Bannerwerbung stören Menschen mit Sehbeeinträchtigung bei Internetnutzung
Da Menschen mit Einschränkungen das Internet überdurchschnittlich häufig nutzen, ist eine barrierefreie Gestaltung von großer Bedeutung. Pop-ups oder Banner zur Vermittlung der Werbebotschaften sind für Personen mit Sehbeeinträchtigung eine Herausforderung, da sie ihre Onlineaktivitäten stören.
Diversität und Inklusion in der Werbung fördern Attraktivität von Unternehmen
Unternehmen können ihre Attraktivität erhöhen, wenn sie Diversität und Inklusion fördern. Solche Initiativen sollten konkrete Vorteile für die Rezipientinnen und Rezipienten bieten, wie zum Beispiel barrierefreie Werbekommunikation oder Produkte und Dienstleistungen.
KI-Hinweis: Bei der Erstellung der Texte wurde keine Künstliche Intelligenz (KI) verwendet.
Volltext MP 7/2026
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