ARD/ZDF-Medienstudie 2026: Der Einfluss von Bildung auf die Mediennutzung
Aktuelle Ergebnisse der repräsentativen Studie
Kurz und knapp
- Auf Basis der ARD/ZDF-Medienstudie wurden Mediennutzungstrends auf Besonderheiten in Bezug auf formale Bildung überprüft.
- Beim Fernsehen geht die lineare Nutzung bei den formal niedrigen und mittleren Bildungskategorien stärker zurück, beim Radio eher bei Personen mit formal niedrigerer Bildung.
- Diese nutzen auch Soziale Medien täglich etwas länger als Personen mit höherem Bildungsabschluss und sind im Publikum von TikTok überdurchschnittlich vertreten.
- Bei der Podcastnutzung hat neben dem Alter auch die formale Bildung einen starken Einfluss: Je jünger und je höher gebildet, umso mehr Personen hören regelmäßig Podcasts.
- KI-Anwendungen werden aktuell stärker von Personen mit formal höherer Bildung genutzt. Alle Bildungsgruppen haben im Laufe des vergangenen Jahres bei der Nutzung von KI aber deutlich zugelegt, vor allem die mittlere Bildungsgruppe.
Formale Bildung und Alter in Zusammenhang mit Mediennutzungstrends
Die ARD/ZDF-Medienstudie 2026 untersuchte den Einfluss der formalen Bildung auf Mediennutzungstrends. Das Alter der Mediennutzerinnen und -nutzer wurde ebenfalls einbezogen, da die jeweiligen Bildungsabschlüsse in den Alterskohorten ungleich verteilt sind. Die Bildungsabschlüsse wurden in die Kategorien niedrige, mittlere und höhere formale Bildung geclustert, um geringe Fallzahlen in kleineren Subgruppen zu umgehen.
Bewegtbild und Radio zeigen je nach Bildung unterschiedliche Entwicklungen
Im Bereich Bewegtbild zeigt sich, dass mit steigendem Bildungsgrad die mindestens wöchentliche lineare Fernsehnutzung abnimmt. Personen mit niedriger formaler Bildung liegen leicht über dem Durchschnitt, was wiederum auf den großen Anteil älterer Nutzerinnen und Nutzer in dieser Subgruppe zurückzuführen ist. Die formal niedrigere Bildung bei heute älteren Personen hängt unter anderem mit früheren sozialen und wirtschaftlichen Gründen zusammen, die häufig einer höheren Schulbildung entgegenstanden. Bei der Betrachtung der letzten Jahre setzt sich der rückläufige Trend des linearen Fernsehens in allen drei Bildungskategorien fort, bei den höher Gebildeten ist er aktuell am schwächsten und scheint zu stagnieren. Im Bereich lineares Radio hat sich die rückläufige Entwicklung der letzten Jahre etwas abgebremst und ist derzeit am deutlichsten in der Gruppe der formal niedriger Gebildeten zu erkennen.
Mittlere Gruppe nutzt Social Media generell intensiver, niedrigere Bildungsgruppe aber länger
Personen mit formal mittlerer Bildung verwenden Social Media in Bezug auf die regelmäßige, also mindestens wöchentliche, Nutzung etwas intensiver. Die mindestens wöchentliche Nutzung liegt hier bei rund zwei Dritteln, wohingegen die anderen Bildungsgruppen geringere Werte aufweisen. In Bezug auf die Nutzungsdauer liegen allerdings die Ergebnisse der formal niedriger Gebildeten deutlich vor denen der anderen Gruppen. Hier zeigt sich ein starkes Altersgefälle: Die tägliche Nutzungsdauer der 14- bis 29-Jährigen liegt mit 82 Minuten weit über denen der anderen Altersgruppen, wobei die ab 70-Jährigen mit durchschnittlich 4 Minuten kaum mehr ins Gewicht fallen. TikTok wird von formal niedriger gebildeten Personen am intensivsten genutzt, bei Instagram und Facebook zeigen sich keine größeren Unterschiede bei der Nutzung in den verschiedenen Bildungsgruppen.
Nutzung von Podcasts und KI hängt stark mit formaler Bildung zusammen
Podcasts werden mittlerweile von rund einem Drittel der Bevölkerung genutzt. Bei der Betrachtung nach Alter und Bildung zeigt sich deutlich: Vor allem formal höher Gebildete und jüngere Personen nutzen Podcasts. Ältere Nutzergruppen sind diesem Medium wenig zugewandt.
Die mindestens wöchentliche Nutzung von Künstlicher Intelligenz ist im Vergleich zum Vorjahr in allen Gruppen enorm angestiegen, mit dem stärksten Zuwachs (+81 %) in der formal mittleren Bildungskategorie.
KI-Hinweis: In diesem Beitrag wurde von der Autorin KI bei der Erstellung von Abbildungen eingesetzt.
Erfahren Sie mehr zum Thema im Beitrag „ARD/ZDF-Medienstudie 2026: Der Einfluss von Bildung auf die Mediennutzung. Aktuelle Ergebnisse der repräsentativen Studie“ von Claudia Hess (ZDF).
Volltext MP 27/2026
- Download Volltext 514 KB, pdf
Zurück zur Übersicht