Die Typologie der Digital Media Types beschreibt die Mediennutzung unterschiedlicher Gruppen, die anhand ihrer Soziologie, Werte, Interessen sowie ihres „Digital Mindsets“ bzw. der Affinität für digitale Medien zusammengefasst werden. Die ARD/ZDF-Medienstudie 2026 untersuchte unter anderem, welche Nutzungsmuster sich in den Bereichen Social Media und Künstliche Intelligenz zeigen.
Ambitionierte zeigen intensivste Social-Media-Nutzung
Im Schnitt nutzen über 60 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren mindestens wöchentlich Soziale Medien. Im Vergleich aller Digital Media Types greifen die Ambitionierten am häufigsten darauf zurück. Bei ihnen liegt der Wert bei rund 90 Prozent, und mehr als die Hälfte nutzt Social Media täglich. Diese Gruppe gilt als „always on“ und nutzt Medien generell zielgerichtet und effizient. In Social Media lesen die Ambitionierten vor allem Artikel und schauen Videos. Sie zeigen auch die größte Bandbreite an genutzten Sozialen Netzwerken. Ein weiterer Typ, der Social Media besonders intensiv nutzt, sind die Vereinfachenden. Sie zeigen die höchste Tagesreichweite über alle Typen hinweg und nutzen Social Videos am intensivsten, was ihre Affinität für Plattformen wie TikTok und Instagram erklärt. Am wenigsten nutzen die Traditionsbewussten Social Media, was sich sowohl in einer geringen generellen Wochenreichweite von knapp 30 Prozent als auch bei der Verwendung einzelner Plattformen zeigt.
Die jungen und digital-affinen Ablenkungssuchenden zeigen überraschenderweise eine eher geringe Social-Media-Nutzung. Unter den Nutzenden sind allerdings viele, die Social Media und vor allem dem Lesen von Artikeln in den Plattformen einen großen Stellenwert einräumen. Ähnliche Werte zeigen sich bei den Selbstgenügsamen.
Künstliche Intelligenz wird vor allem von digital-affinen und jüngeren DMT intensiv genutzt
In Bezug auf Künstliche Intelligenz zeigen vor allem digital-affine und jüngere Digital Media Types eine Offenheit und Adaptionsbereitschaft: Die größten Zuwächse bei der (privaten) Nutzung von KI-Tools zeigen die Ambitionierten und Vereinfachenden. Etwas zurückhaltender, aber mit den deutlichsten Zugewinnen gegenüber dem vergangenen Jahr, nutzen die Ablenkungssuchenden, die Selbstgenügsamen und die Neokulturellen KI-Tools.
KI-Nutzung weniger durch Alter als durch digitales Mindset bestimmt
Interessant ist hier auch der Blick auf die Neokulturellen, die in der Regel eine etwas kritischere Distanz zu digitalen Angeboten haben, aber die Vorteile von KI für sich erkennen und nutzen. Gleiches gilt für die Verantwortungsvollen, wodurch noch einmal deutlich wird, dass nicht das Alter darüber entscheidet, ob neue Technologien angenommen werden, sondern das digitale Mindset der Typen.
Erfahren Sie mehr zu dem Thema im Beitrag von Thorsten Müller.