Die fortschreitende Digitalisierung und der Wandel von Medienangeboten und deren Verbreitungswegen prägt die Mediennutzung zunehmend. Wie sich dies im Zeitverlauf auf Trends und langfristigen Entwicklungen der Mediennutzung verschiedener Generationen auswirkt, analysierte die Kohortenanalyse der ARD/ZDF-Medienstudie 2025.
Langzeitanalyse zeigt drei zentrale Effekte, die Mediennutzung beeinflussen
Es zeigt sich, dass die Mediennutzung im Zeitverlauf von Alters-, Perioden- und Kohorteneffekten geprägt ist. Das aktuelle Alter zum Zeitpunkt einer Untersuchung ist somit nicht allein entscheidend für unterschiedliche Entwicklungen der Mediennutzung bei verschiedenen Personen. Ein Periodeneffekt liegt vor, wenn ein neues Medienangebot zuerst von den aufgeschlossensten Personen (Early Adopter) in ihren Medienalltag integriert wird und sich für eine gewisse Zeit zunehmend auch bei den Älteren etabliert (wie etwa ein starker Zuwachs der Hördauer in den 90-er Jahren). Ein solcher langfristiger Effekt ist also mehr als ein kurzfristiger Trend.
Die Mediennutzung verändert sich auch im Laufe des Lebens, denn die Lebenssituation (Erwachsenwerden, Berufstätigkeit, Gründung von Familie, Ruhestand usw.) nimmt hierauf großen Einfluss. In diesem Fall, wenn man die Mediennutzung von gleichaltrigen Personen vergleicht, spricht man von Alterseffekten. Kohorteneffekte spiegeln einmal erworbene Vorlieben wider, die jede Generation aufweist, und sie von den vorherigen oder nachkommenden Generationen unterscheidet.
Unterschiede der Kohorten in der Gesamtnutzung der Medien
Bei den Kohorten der vor 1990 geborenen Menschen lassen sich Periodeneffekte erkennen: Die Mediennutzung wuchs zwischen 1995 und 2005 deutlich, seit 2010 zeigt sich eine Sättigung. Dies bedingt die im Vergleich mit den vorher Geborenen sinkende Mediennutzung mit steigendem Alter aller Kohorten der ab 1930 Geborenen. Nur die jüngste untersuchte Kohorte, die zwischen 2000 und 2009 Geborenen, verbrachte zu den Messzeitpunkten ähnlich viel Zeit mit Medien wie die Kohorte vor ihnen. Generell lässt sich derzeit ein leichter Rückgang der Mediennutzung feststellen, nur die Kohorte der 1980 bis 1989 Geborenen nutzt mehr Medien als im Corona-Jahr 2020. Mehr Informationen zu den Kohorten, ihren Nutzungspräferenzen und den Unterschieden je nach Mediengattung lesen Sie im Beitrag von Thomas Kupferschmitt.