Die Ergebnisse der ARD/ZDF-Medienstudie 2026 zeigen, wie sich die gesamte Video- und Audionutzungszeit auf lineare und non-lineare Angebote verteilt und welche Unterschiede in den einzelnen Altersgruppen bestehen.
Lineares Radio dominiert die Audionutzung
2026 entfallen in der Gesamtbevölkerung bereits 45 Prozent der Videonutzungszeit auf non-lineare Angebote. Im Audiobereich dominiert dagegen das lineare Radio deutlich mit einem Anteil von 71 Prozent der gesamten Nutzungsdauer.
Dabei bestehen deutliche Altersunterschiede: Bei den 14- bis 29-Jährigen entfallen 88 Prozent der Videonutzungszeit auf non-lineare Angebote. Ab 50 Jahren überwiegt die lineare Nutzung: Bei den ab 70-Jährigen entfallen 93 Prozent der Videonutzungszeit auf das lineare Fernsehen. Im Audiobereich ist dieses Muster auch erkennbar aber deutlich schwächer ausgeprägt. Zwar nutzen auch die 14- bis 29-Jährigen überwiegend non-lineare Angebote (66 %), doch bereits bei den 30- bis 39-Jährigen entfällt mit 56 Prozent der überwiegende Anteil der Audionutzungsdauer auf lineares Radio. Bei den ab 70-Jährigen liegt dessen Anteil bei 97 Prozent.
Die Nutzungsverschiebung hin zu non-linearen Angeboten ist vor allem in den jüngeren Altersgruppen weit fortgeschritten. Für ältere Menschen bleiben lineares Fernsehen und Radio dagegen die dominierenden Nutzungsformen, non-lineare Angebote gewinnen aber an Bedeutung.
Non-lineare Videonutzungsdauer steigt 2026 erstmals nicht weiter
Seit 2019 hat sich die Videonutzungsdauer kontinuierlich zugunsten non-linearer Angebote verschoben. Der Anteil linearer Nutzung sank bis 2026 von 76 auf 55 Prozent, während der non-lineare Anteil von 24 auf 45 Prozent stieg. 2026 zeigt sich erstmals keine weitere Verschiebung gegenüber dem Vorjahr, womit sich das Verhältnis aktuell zu stabilisieren scheint.
Verschiebung im Audiobereich langsamer als im Videobereich
Auch im Audiobereich nahm der Anteil non-linearer Nutzung langfristig zu – von 20 Prozent im Jahr 2019 auf 29 Prozent im Jahr 2026. Die Entwicklung verläuft jedoch deutlich langsamer als im Videobereich. Nach einem vergleichsweise hohen Wert 2025 ging der non-lineare Anteil 2026 zurück. Die Zeitreihe deutet dennoch nicht auf eine Trendumkehr, sondern auf eine langfristige, moderate Verschiebung von linearer zu non-linearer Nutzung hin.
ARD/ZDF-Medienstudie 2026 bestätigt fortschreitenden Wandel in der Mediennutzung
Damit setzt sich auch im aktuellen Erhebungsjahr der ARD/ZDF-Medienstudie ein Trend zur veränderten Mediennutzung fort: Die Bedeutung linearer Medien nimmt weiter ab, während digitale und zeitsouveräne Angebote an Bedeutung gewinnen. Während die jüngeren Altersgruppen mittlerweile überwiegend Medien streamen, sinkt die non-lineare Mediennutzung mit steigendem Alter, gewinnt dort aber ebenfalls an Bedeutung.
Mehr zur Entwicklung der Mediennutzung erfahren Sie im Beitrag „Lineare Medien bleiben relevant, die Verschiebung zur non-linearen Mediennutzung setzt sich fort. Ergebnisse der ARD/ZDF-Medienstudie 2026“ von Dennis von Oehsen (Radio Bremen).
Volltext (PDF)