Podcasts haben sich in den vergangenen Jahren als die zentrale Nutzungsform der non-linearen Audionutzung etabliert. Die Ergebnisse der ARD/ZDF-Medienstudie 2026 zeigen dabei vor allem, dass Podcasts inzwischen von einem beträchtlichen Teil der Bevölkerung regelmäßig genutzt werden, auch wenn die Tagesreichweite deutlich geringer ausfällt als die des linearen Radios.
Tagesreichweite geht im Vergleich zu 2025 etwas zurück
Die Tagesreichweite geht nach dem vergleichsweise hohen Wert von 14 Prozent im Jahr 2025 auf 12 Prozent im Jahr 2026 zurück und liegt damit nur knapp über dem Niveau von 2023 und 2024. Insgesamt zeigt sich damit ein konstantes Bild bei der täglichen Podcastnutzung, wenngleich sich in den einzelnen Altersgruppen unterschiedliche Entwicklungen beobachten lassen. Am weitesten verbreitet sind Podcasts weiterhin bei den unter 30-Jährigen. Hier ist die Tagesreichweite nach dem deutlichen Anstieg im vergangenen Jahr allerdings zurückgegangen, während sich in den älteren Altersgruppen gegenüber dem Vorjahr weitgehend konstante Werte zeigen.
Wochenreichweite fällt bei den 30- bis 49-Jährigen am höchsten aus
Die Wochenreichweite liegt wie auch schon im Vorjahr bei 34 Prozent. Über den gesamten Betrachtungszeitraum ist damit ein Anstieg zu beobachten: 2023 und 2024 lag die Wochenreichweite noch bei rund 29 Prozent. Auch bei der regelmäßigen Nutzung zeigen sich die bereits bei der Tagesreichweite erkennbaren Altersunterschiede. Podcasts werden insbesondere von jüngeren und mittleren Altersgruppen regelmäßig genutzt, wobei die 30- bis 49-Jährigen mit einer Wochenreichweite von 47 Prozent sogar vor den 14- bis 29-Jährigen (43 %) liegen. Bemerkenswert ist zudem, dass die Wochenreichweite bei den älteren Altersgruppen deutlich über der jeweiligen Tagesreichweite liegt. Podcasts sind damit auch bei älteren Menschen Teil des regelmäßigen Medienrepertoires, werden jedoch deutlich seltener täglich genutzt als bei den Jüngeren.
Die Entwicklung der Nutzungsdauer folgt grundsätzlich dem Muster der Wochen- und Tagesreichweite. Insgesamt werden 2026 durchschnittlich zehn Minuten pro Tag mit Podcasts verbracht, nach zwölf Minuten im Vorjahr und neun Minuten im Jahr 2024. Die höchsten Werte entfallen auch hier auf die jüngeren Altersgruppen. Die Nutzungsdauer bezieht sich auf die vollständige Grundgesamtheit und schließt somit auch Personen ein, die ein Angebot nicht genutzt haben.
Hohe Verweildauer in allen ausgewiesenen Altersgruppen
Anders verhält es sich bei der Verweildauer, die abbildet, wie viel Zeit die tatsächlichen Nutzerinnen und Nutzer dem Medium widmen: Wer Podcasts nutzt, verbringt damit unabhängig vom Alter ähnlich viel Zeit. 2026 liegt die Verweildauer in den ausgewiesenen Altersgruppen jeweils bei rund 85 Minuten und unterscheidet sich damit kaum zwischen den Generationen.
Die deutlichen Altersunterschiede bei der durchschnittlichen Nutzungsdauer in der Gesamtbevölkerung sind somit vor allem darauf zurückzuführen, dass Podcasts von einem unterschiedlich großen Anteil der jeweiligen Altersgruppen genutzt werden. Bei den tatsächlichen Nutzerinnen und Nutzern fällt die Nutzungsintensität dagegen bemerkenswert ähnlich aus. Die mit rund 85 Minuten vergleichsweise hohe Verweildauer zeigt zudem, dass Podcasts bei denjenigen, die sie nutzen, einen durchaus erheblichen Teil der täglichen Medienzeit ausmachen können.
Podcasts besonders in den jüngeren und mittleren Altersgruppen fest im regelmäßigen Repertoire
Insgesamt zeigt sich damit ein etabliertes, aber weiterhin stark altersgeprägtes Nutzungsbild. Podcasts sind insbesondere bei jüngeren und mittleren Altersgruppen ein regelmäßiger Bestandteil des Audiorepertoires. Wenn ältere Menschen Podcasts hören, hören sie aber genauso lang wie junge Menschen. Die Entwicklung der vergangenen Jahre spricht nach dem kurzen Wachstumsschub im Jahr 2025 eher für eine fortgesetzte Etablierung als für ein stetiges Wachstum.
Weitere Einblicke in die Entwicklungen in der linearen und non-linearen Mediennutzung in Deutschland finden sich im Beitrag „Lineare Medien bleiben relevant, die Verschiebung zur non-linearen Mediennutzung setzt sich fort. Ergebnisse der ARD/ZDF-Medienstudie 2026“ von Dennis von Oehsen (Radio Bremen).
Volltext (PDF)