Subjektiver Journalismus als Teil öffentlich-rechtlicher Auftragserfüllung

Eine Analyse am Beispiel des ARD/ZDF-Content-Netzwerks funk 

funk nimmt Lebenswirklichkeit junger Menschen in den Fokus

Der öffentlich-rechtliche Auftrag ist in § 26 („Auftrag“) des Medienstaatsvertrags (MStV) festgehalten. Vorgaben in Bezug auf das ARD/ZDF-Content-Netzwerk funk finden sich in § 30c Abs. 1 und 2 („Jugendangebot“) des MStV.

Das ARD/ZDF-Content-Netzwerk funk, dessen Inhalte über seine eigene Webseite, in den Mediatheken und via Drittplattformen verbreitet werden, ist als ein Angebot speziell für die junge Zielgruppe konzipiert, das „inhaltlich die Lebenswirklichkeit und die Interessen junger Menschen als Zielgruppe in den Mittelpunkt stellen“ (MStV § 30c, Abs. 1 Satz 2) soll. Bei der Auftragserfüllung sind also die Erwartungen der jungen Zielgruppe zu berücksichtigen. Die Eigenschaften Sozialer Medien, als dem Umfeld, in dem sich das Zielpublikum von funk bewegt und in dem auch funk mit seinen Inhalten aktiv ist, begünstigen subjektive Kommunikation.

Ein weiteres wichtiges Element des öffentlich-rechtlichen Auftrags ist die Informationsfunktion. Subjektiver Journalismus ist im Vergleich zum Nachrichtenjournalismus näher an der Lebenswirklichkeit der jungen Zielgruppe, in der Identitäts- und Beziehungsmanagement eine wichtige Bedeutung einnehmen. Soziale Medien bergen diverse Risiken, eröffnen aber auch Möglichkeiten, das Publikum zu beteiligen und Feedback zu erhalten.

Subjektiver Journalismus im Kontext eines differenzierten Gesamtangebots

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk erfüllt seinen im Medienstaatsvertrag definierten Auftrag mittels eines differenzierten Gesamtangebots, das auch subjektive journalistische Elemente umfassen kann.

Formen des subjektiven Journalismus können Einblicke in eher wenig beleuchtete Lebenswelten und Erfahrungsräume eröffnen. Auch wenn in einer einzelnen Reportage nur eine Perspektive wiedergegeben sein sollte, kann – in der Addition verschiedener Perspektiven und im Zusammenspiel mit anderen journalistischen Darstellungsformen – dies dazu beitragen, im Gesamtbild die inhaltliche Vielfalt zu steigern. Subjektiver Journalismus eröffnet zudem Möglichkeiten, die Stimmen bisher medial eher übersehener und benachteiligter Gruppen wahrzunehmen.

Vertiefende Einblicke bietet der Beitrag „Was ist subjektiver Journalismus? Bedeutung und Relevanz für die Erfüllung des öffentlich-rechtlichen Auftrags. Eine Analyse am Beispiel des ARD/ZDF-Content-Netzwerks funk“ von Christoph Neuberger und Anna-Theresa Mayer:

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